Hausnamenschilder – Eine HuG-Initiative mit Hintergrund

Amtliche Straßennamen und Hausnummern sind heute eine Selbstverständlichkeit. Wenn man dann noch den Familiennamen weiß, ist die gesuchte Person in einem Ort schnell gefunden.

Straßennamen wurden als erstes in größeren Städten nötig. Das kann man bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Man nannte die Wege damals Gassen und dem Wort vorangestellt war dann meist eine Berufsbezeichnung, z. B. Schustergasse, weil hier die Zunft der Schuster zu finden war.

In kleinen Dörfern war diese Vorgehensweise bis circa Mitte des 20. Jahrhunderts nicht nötig. Wenn es überhaupt Hausnummern gab, dann hatte man die Häuser einfach von Eins bis Ende durchgezählt. Die Zahl, Häuser und die Anzahl der Gassen und Wege waren überschaubar. Da aber ganz oft mehrere Bürger den gleichen Vornamen und in vielen Fällen auch den gleichen Nachnamen hatten, wurden römische Ziffern dem Namen beigefügt, z. B. Heinrich Biemer IV, oder es wurden Hausnamen verwendet.

Ein Hausname kann einerseits der Name einer Personengruppe andererseits ein Name für ein Haus sein. Oft entstand er aus dem Namen des Erstbesitzers des Anwesens. Manchmal waren es aber auch körperliche Merkmale eines früheren Besitzers, die nun ein Anwesen kennzeichneten.

Personen, die aus den Familien stammten, die in diesen Anwesen gelebt haben, lebten oder auch noch leben, wurden nun auch mit diesen Namen belegt. Es kam auch vor, dass eine Familie umzog und ihren angestammten Hausnamen auf ihr neues Anwesen übertrug.

Ein weiteres Beispiel: Adolf Schweitzer wurde Kellersch Adolf genannt. Er hatte drei Söhne und zwei Töchter. Alle Kinder heirateten und verließen das Elternhaus. Dennoch nahmen sie und ihre Nachkommen den Hausnamen Kellersch mit. Älteren Mitbürgern in unserem Dorf dient dieses System noch heute, wenn es gilt, eine Person und ihre Familienzugehörigkeit festzustellen.

Im Jahr 2021 wurde vom Heimat- und Geschichtsverein Holzhausen ein Projekt in Angriff genommen, das die alten Hausnamen auch bei den jüngeren Mitbürgern wieder ins Gedächtnis rufen sollte. In der Vereinszeitung Usser Blittche (Ausgabe 18, November 2021) bot man den Hauseigentümern im alten Ortskern von Holzhausen an, Schilder zu erwerben, auf denen die jeweiligen alten Hausnamen zu lesen sind. Die Resonanz war überwältigend. Über dreißig Hauseigentümer beteiligten sich an dieser Aktion. Ein schönes Beispiel für das Geschichtsbewusstsein und den Ideenreichtum der Menschen in unserem Dorf.

Beispiele für in den Greifensteiner Nachrichten veröffentlichte Holzhäuser Hausnamen, sind hier zu sehen:

Andere Hausnamen stellen sich jetzt hier vor: